Zurück

Short Track: kurz, rasant und taktisch

von Erhard Goller

So könnte auch ein Sprint um den Short Track-Sieg aussehen ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Albstadt hat am 18. Mai die Ehre die Bühne für den ersten Short Track-Weltcup der Mountainbike-Geschichte zu sein. Der Wettbewerb wird in diesem Jahr im Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup eingeführt und wird ein neuer wichtiger Faktor werden. Wir erklären wie es funktioniert.

Schon vor 17 Jahren wurde im Weltcup der erste Versuch gestartet eine zweite Disziplin einzuführen. Doch das Zeitfahren, das 2001 am Tag vor dem Cross-Country-Rennen eingeführt wurde, verschwand schon ein Jahr später wieder von der Bildfläche. Dann wurde 2012 der Eliminator-Weltcup aus der Taufe gehoben. Die Ausscheidungsrennen, die man 2013 und 2014 auch in Albstadt erleben konnte, hatten aber nie korrigierte Geburtsfehler, so dass man die Disziplin wieder aus dem Weltcup-Programm kegelte.

Jetzt also nimmt der Radsport-Weltverband UCI einen dritten, vielversprechenden Anlauf, eine zweite Disziplin zu etablieren.  

Punkte für die Gesamtwertung

Beim Short Track werden – im Gegensatz um Eliminator – Weltcup-Punkte für die Gesamtwertung verteilt. Es ist also kein Show-Programm, sondern ein ernsthafter Wettbewerb. Es gibt zwar nur die Hälfte der Zähler wie für das Cross-Country-Rennen, aber die Top-Stars sind damit trotzdem gewissermaßen gezwungen teilzunehmen. Zudem gibt es Zähler für die Teamwertung.

Auf der anderen Seite ist es im Grunde ein Privileg dabei zu sein, denn nur die jeweils besten 40 Damen und 40 Herren dürfen überhaupt mitmachen. Genauer gesagt: Die besten 16 der aktuellen Weltcup-Gesamtwertung. Plus die 24 besten Elite-Weltcupfahrer in der Weltrangliste, die nicht zu diesen Top 16 gehören.

Das Ergebnis im Short Track bringt nicht nur Punkte, sondern den ersten 16 auch einen Platz in den ersten beiden Startreihen des Cross-Country-Rennens. Das ist durchaus von Bedeutung (siehe Interview) und deshalb darf man davon ausgehen, dass es Freitagabends gleich richtig zur Sache geht.

Der Wettbewerb selbst ist keine Neu-Erfindung. Man hat so ein Rennen in Albstadt 2012 auch schon im Rahmen der Bundesliga gesehen und in den USA gehört der Short Track zum festen Wochenend-Bestandteil der nationalen Serie.

Für TV und Zuschauer attraktiv

Der Rundkurs dafür soll zwischen 1 und 1,5 Kilometer lang sein, für eine Runde sollen die Fahrer zwischen zwei und drei Minuten benötigen, der Kurs soll breit und flüssig sein, ohne Singletrail-Passagen oder spezielle Hindernisse. Es geht darum im Massenstart ein rasantes, enges, aber auch taktisches Rennen zu produzieren, das sowohl fürs TV als auch für die Zuschauer vor Ort attraktiv sein soll.

Die Dauer, sowohl bei den Damen als auch bei den Herren wird mit plus/minus 25 Minuten vorgegeben. So dass man in Albstadt mit etwa zehn Runden rechnen kann.

Beim Short Track müssen die gleichen Rahmen benutzt werden, wie beim Cross-Country am Sonntag. Die minimale Reifenbreite ist auf 45 Millimeter begrenzt, so dass keine schmalen Rennradreifen eingesetzt werden können.

Zurück