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Sicherheit, Flow und Fairness

von Stephan Salscheider

Sicherheit, Flow und Fairness

 

Die Strecke ist das Kernstück eines Mountainbike-Events und deshalb hat man beim Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup in Albstadt über die Jahre viel unternommen, um den Kurs im Bullentäle den Anforderungen anzupassen. In Richtung WM 2020 wurde auch dieses Jahr einige Maßnahmen vorgenommen.

 

Die siebte Auflage des Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup in Albstadt ist gleichzeitig die Generalprobe für die 2020 UCI Mountain Bike Cross-Country World Championships presented by Mercedes-Benz im kommenden Jahr. Dafür soll alles perfekt vorbereitet sein, dafür sollen die nötigen Erfahrungen schon gesammelt sein.

Im vergangenen Jahr hat man sich deshalb zusammengesetzt und weitere Maßnahmen beraten. Auch weil die ungünstigen Wetterbedingungen von 2018 noch die eine oder Verbesserungsmöglichkeit offenbarten. Viele Feinheiten werden beim Streckenbau erst in der Praxis erkennbar.

 

Die Bundestrainer Peter Schaupp und Marc Schäfer waren vor Ort und brachten im Gespräch mit den Vertretern der Stadt Albstadt und mit den Streckenbauern von der Agentur Skyder Event&Track Company ihre Expertise ein.   

 

Was schließlich in Abstimmung mit dem Radsport-Weltverband umgesetzt wurde, stand vor unter dem Titel „Sicherheit, Flow und Fairness“, wie Jo Triller, Leiter des Amtes für Familie, Bildung, Sport und Soziales erklärt. Sicherheit bedeutet in diesem Zusammenhang vor allem auch Schlechtwetter-Resistenz.

 

„Es geht im Prinzip darum, dass man bei diesen speziellen Boden-Bedingungen auf der Alb bei jeder Witterung sicher fahren kann. Die Profis können das vermutlich auch so, aber es gibt ja auch Nachwuchs-Sportler und bei der WM dann auch um Juniorinnen. Es ist erfreulich, dass man in Albstadt darauf reagiert hat“, sagt Peter Schaupp.

 

So wurde zum Beispiel der Albstadt-Drop mit so genannten „North Shore“-Varianten überbaut und die Kurve unten mit einer Steilwand versehen. Dadurch wird die Passage nicht nur sicherer, sondern gleichzeitig mit mehr „Flow“ zu fahren sein, wie die Biker sagen, wenn sich Strecken im Fluss durchfahren lassen.

 

Beim Mitas Abbyss, einem so genannten Drop, der 2017 erstmals gefahren wurde, wurde die Kompression am Ende aufgefüllt. Da bestand die Gefahr, dass Fahrer bei einem Sturz in die B-Linie fallen und mit von dort kommenden Konkurrenten kollidieren.

Gleichzeitig wurde die längere B-Linie variabler und damit schneller gemacht. Zu viel Unterschied hatten die beiden Linien gemacht und so auch unsichere Bikerinnen und Biker zu viel Risiko verleitet.

 

„Das war ein wesentlicher Kritikpunkt vom letzten Jahr, auf den wir reagiert haben“, betont Jo Triller.

Wichtig war dem Orga-Team auch die Einfahrt zum Mercedes-Benz Devil’s Corner zu verbessern. Die wurde verbreitert und kann von guten Fahrtechnikern jetzt flüssig gefahren werden.  

Die Kurven wurden mit Anliegern versehen, damit auch das dem Verständnis von „flowigem“ Fahren entspricht. Zudem können sich Fahrer von der A- Linie und B-Linie jetzt gut sehen und aufeinander Rücksicht nehmen.

Weiter unten, vor dem nächsten Gegenanstieg, der Oklay Crossing heißt, wurden verschieden Linien eröffnet, so dass Überholmöglichkeiten entstehen.

Dieser Impuls kam vom Radsport-Weltverband UCI.  Da geht es um das Stichwort „Fairness“, konkret das Schaffen von mehr Überholmöglichkeiten. Wenn man also einen langsameren Fahrer im Devil’s Corner vor sich hat, gibt es jetzt die Chance an dem vorbei zu kommen, bevor man der kurze Anstieg in den Trail zum Albstadt Drop führt.

Auch im Albstadt Rock Garden, der Anfahrt zum Dual Climb, wurden eine breitere Trasse geführt und das Steinfeld lässt mehrere Optionen offen.    

Auch der Weg von der Brücke in Richtung zweiter Streckenteil wurde breiter angelegt. Das hilft vor allem dem Fluss im Short Track-Wettbewerb zu verbessern und Staus zu vermeiden.

In diesem zweiten Streckenteil gibt es nach dem Gonso Uphill im folgenden GoPro Hyper Smooth Slalom jetzt auch verschiedene Linien.

 

„Ich denke, dass wir damit die wichtigen Schritte in Richtung Weltmeisterschaften 2020 machen und den Sportlern und den Zuschauern im Hexenkessel Bullentäle eine attraktive Bühne bieten können“, ist sich Jo Triller sicher, dass die wesentlichen Grundlagen für die WM gelegt sind.

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